Kurshalten trotz Regelchaos bei CSRD, EUDR, LkSG & Co.
Weshalb flexible Datenplattformen die beste ESG-Strategie sind
Ob CSRD, Lieferkettengesetz LkSG oder EU-Entwaldungsverordnung (EUDR): derzeit herrscht erhebliche regulatorische Unsicherheit. Die aktuelle PwC-Studie zur CSRD zeigt jedoch: Die Mehrheit der deutschen Unternehmen bleibt auf Kurs – und setzt dabei zunehmend auf eine flexible Daten- und BI-Basis, statt sich früh auf starre Spezialtools zu versteifen.
Die PwC-Studie „Global Sustainability Reporting Survey 2025“ sendet ein klares Signal: Trotz der regulatorischen Dynamik treten deutsche Unternehmen beim Thema Nachhaltigkeitsberichterstattung nicht auf die Bremse – im Gegenteil.
Nachhaltigkeit fest in der Geschäftsstrategie verankert
Laut PwC ist Nachhaltigkeit bei 98 % der Unternehmen in Deutschland Teil der Geschäftsstrategie – weit mehr als reine Compliance. ESG-Themen werden längst als geschäftskritisch für Risikomanagement, Strategie oder Kapitalzugang gesehen und erst nachgelagert als Image-relevant.
Trotz „Stop-the-Clock“: die meisten Unternehmen laufen weiter
Die „Stop-the-Clock“-Regelung der EU führt in Deutschland nicht zu einem breiten Rückzug aus der ersten CSRD-Berichts-Welle:
- Rund 60 % halten am ursprünglichen Zeitplan fest.
- 35 % planen, ihre CSRD-Berichterstattung um zwei Jahre zu verschieben.
Viele Unternehmen gehen pragmatisch davon aus, dass Nachhaltigkeitsreporting bleibt und sehen Abwarten als Risiko, den Anschluss zu verlieren.
Nachhaltigkeitsdaten schaffen messbaren Mehrwert
Nachhaltigkeitsberichterstattung wird zunehmend als Werttreiber verstanden:
- Über zwei Drittel der Unternehmen weltweit, die bereits nach CSRD oder ISSB berichten, sehen einen signifikanten oder moderaten Nutzen.
- In Deutschland bestätigt mehr als die Hälfte diesen Mehrwert.
- 66 % nennen den Einfluss auf die Gesamtgeschäftsstrategie,
- 52 % eine frühere Datenvalidierung als Erfolgsfaktor.
ESG-Daten werden vor allem für Risikomanagement, Strategie, Lieferkettentransformation und Investor:innenkommunikation genutzt – und liefern damit weit mehr als reine Compliance.
Deutsche Unternehmen setzen auf digitale Lösungen
Beim Technologieeinsatz liegen Unternehmen in Deutschland über dem internationalen Durchschnitt:
- 77 % nutzen zentrale Datenbanken für Nachhaltigkeitsdaten (weltweit: 75 %).
- 75 % setzen Tools zur Berechnung von CO₂-Emissionen ein (global: 63 %).
- 66 % nutzen Disclosure-Management-Software (weltweit: 53 %).
Künstliche Intelligenz
Der Einsatz von KI erfolgt derzeit noch eher zurückhaltend, nimmt jedoch deutlich Fahrt auf. Viele Unternehmen erproben erste Lösungen oder setzen KI bislang nur punktuell ein – wenig überraschend, denn ihr Mehrwert steht und fällt mit der Qualität der zugrunde liegenden Daten. Umso mehr spricht für eine modulare Architektur: Zunächst ein tragfähiges Daten- und BI-Fundament schaffen und darauf aufbauend Schritt für Schritt KI-Funktionen und Add-ons ausbauen.
Gretchen-Frage: welches Tool? Flexibilität schlägt Speziallösung
Vor diesem Hintergrund stellt sich die Frage: Worin sollten Unternehmen heute investieren, wenn sich regulatorische Anforderungen morgen schon wieder ändern können?
Die PwC-Ergebnisse sprechen dafür, weniger auf hochspezialisierte Einzeltools zu setzen – und stärker auf eine robuste, vielseitige Daten- und BI-Plattform, auf der sich Regulierungen abbilden lassen, auch wenn sich Details mehrfach ändern. Ein solcher Ansatz:
- hält Nachhaltigkeitsdaten in zentralen Datenbanken und Data Warehouses,
- setzt auf bestehende BI- und Analytics-Plattformen (z. B. Qlik, Power BI, SAP Analytics),
- steuert Berichtslogiken und Kennzahlen über Konfiguration statt starre Tool-Logik,
- und wird gezielt mit Add-ons, Konnektoren und KI-Funktionen erweitert.
Eine pragmatische Linie scheint besonders erfolgsversprechend: Transparenz und Datenqualität weiter ausbauen, bestehende BI- und Datenplattformen nutzen und sich technologisch so aufstellen, dass neue regulatorische Anforderungen eher eine Konfigurationsfrage als ein Großprojekt sind.
Kurs halten, Datenbasis stärken, flexibel bleiben
Die Studie zeigt:
- in Deutschland ist Nachhaltigkeit mehrheitlich strategisch gesetzt
- Viele halten trotz Unsicherheiten am ursprünglichen CSRD-Zeitplan fest, einige verschieben, kaum Einstellung der Bemühungen
- Unternehmen, die Nachhaltigkeitsdaten aktiv nutzen, berichten von klaren Mehrwerten für Strategie, Steuerung und Risikomanagement.
- Digitale Lösungen wie zentrale Datenbanken und BI-Plattformen sind häufig bereits etabliert und bieten einen effizienten Hebel, um zukünftige regulatorische Änderungen flexibel aufzufangen.
Deutsche Unternehmen bleiben auch in Zeiten regulatorischer Dynamik mehrheitlich in einer aktiven Rolle. Investitionen in spezialisierte ESG-Software werden angesichts der rechtlichen Rahmenbedingungen gescheut. Angesagt ist Fokussierung auf Datenqualität, Datenintegration und Reporting-Flexibilität. Die nötigen Werkzeuge sind häufig bereits vorhanden und können eine Datenbasis liefern, auf der die KI Mehrwerte liefern kann.